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Nationalpark Plitvicer Seen

Die Plitvicer Seen sind der wohl bekannteste Nationalpark Kroatiens. Obwohl Kroatien im europäischen Maßstab von recht überschaulicher Größe ist, erstaunt die Anzahl seiner Nationalpark Anlagen umso mehr. Die Plitvicer Seen sind nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie von der UNESCO offiziell als Weltnaturerbe bezeichnet werden, für Reisende und Urlauber in Kroation eine absolute Besuchsempfehlung. Der Hauptanziehungspunkt der Plitvicer Seen sind die in dieser Form weltweit einzigartigen angereihten 16 Seen, die allesamt durch Wasserfälle eindrucksvoll miteinander verbunden sind.

Plitvica See KroatienAblagerungen einer Kalksteinart namens Rauwacke sind für die Entstehung der Seen verantwortlich. Der Nationalpark umfasst das Quellgebiet des in der Nähe befindlichen Flusses Korana. Besonders eindrucksvoll sind die zum Teil unkultivierten Tannen-, Buchen- und Fichtenwälder, welche den Park umgeben. Doch die Plitvicer Seen haben nicht nur die Seen als solche samt umliegender Wälder zu bieten, fernen entdecken Sie als Besucher auch diverse Höhlen, Quellen und atemberaubende Blumenwiesen. Ebenfalls sprechen die diversen seltenen Tierarten für einen Besuch des Nationalparks, unter denen besonders der Braunbär zu nennen und hervorzuheben ist. Der Park liegt äußerst günstig direkt neben der Verkehrsader, welche Zagreb mit Dalmatien verbindet. Neben der Route zu Fuß führen auch diverse Spezialfahrzeuge wie Panoramazüge und Elektroboote durch die Plitvicer Seen, die es den Besuchern ermöglichen, die Naturschönheiten direkt aus nähster Nähe zu erleben.

Die Plitvicer Seen bestehen aus einem Voll- und Teilnaturschutzgebiet und hat damit unterschiedliche Schutzgrade. Im Teilnaturschutzgebiet des Parks sind auf bestimmten Flächen das Weiden und eine vorgeschriebene Waldwirtschaft erlaubt. Eingriffe in den natürlichen Bestand der Natur ist dahingehend strengenst verboten. Im Vollnaturschutzgebiet hingegen können unter bestimmten Voraussetzungen und strengen Richtlinien Schutzmaßnahmen von Fachpersonal genehmigt werden. Der Nationalpark ist ohne jeden Zweifel eines der schönsten Phänomene der Natur weltweit, weshalb Sie sich als Reisender einen Besuch auf gar keinen Fall entgehen lassen sollten. Schon im Jahr 1928 wurden die Plitvicer Seen als Nationalpark eingetragen, bevor sie im Jahr 1979 von der UNESCO in die Liste der Weltnaturerben eingetragen worden sind. Die zahlreichen Spazierwege durch den Park gestalten sich für Besucher als äußerst interessant. Dies liegt vor allem daran, dass Sie als Besucher den Park auch ohne Führung auf eigene Faust erkunden können und sich somit an den für Sie interessanten Stellen besonders viel Zeit lassen können. Hobby Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten. Für diese sind jedoch die ausgezeichneten Panoramafahrten mehr als nur eine Überlegung wert. Diese führen an den beeindruckensten Stellen des Parkes vorbei und bietet die Möglichkeit einzigartige schöne Schnappschüsse zu schießen.

Auf Wunsch unserer Leser haben wir den Beitrag von Karl Krey erweitert und nützliche Informationen über Öffnungszeiten und Lage hinzu gefügt.

Öffnungszeiten
Der Nationalpark hat während des gesamten Jahres täglich von 8 bis 20 Uhr für Besucher geöffnet.

Eintrittspreise

Personengruppe     Hauptsaison     Nebensaison
Öffnungszeit:          01.04. – 31.10.     01.01.-31.03./01.11.-31.12.
Erwachsene             110 kn (ca. 15,40 €)     70 kn   (ca. 9,80 €)
Kinder (7-18 Jahre)     55 kn   (ca.   7,70 €)     40 kn   (ca. 5,60 €)
Kinder unter 7 Jahren     gratis     gratis
Gruppen (ab 15 Personen, p. P.)     95 kn   (ca. 13.30 €)     60 kn   (ca. 8,40 €)

Tickets gelten jeweils für einen Tag, können aber auf Wunsch auch verlängert werden.

Im Eintrittspreis enthalten sind ein Shuttle-Bus im Park, die Besucherversicherung und -steuer, sowie die Bootsfahrt.

Führungen

Individuell geführte Touren werden in englischer, deutscher, spanischer und italienischer Sprache angeboten, sollten aber unbedingt im Voraus gebucht werden. Der Preis pro Stunde beträgt 700 Kuna mit einer Mindestdauer von vier Stunden.

Anfahrtmöglichkeiten

Die Plitvicer Seen kann man über die A1 Zagreb-Split schnell und bequem erreichen. Die Autobahn führt etwa 50 km westlich daran vorbei. Über die Ausfahrten Karlovac im Norden, Gornja Ploča im Süden oder Otočac im Westen gelangt man auf Landstrassen in den Nationalpark.

Er befindet sich an der Nationalstraße D1 Zagreb–Split, zwischen Slunj und Korenica, grenznah zu Bosnien Herzegowina.

Im umliegenden Gebiet  befinden sich die Ortschaften Rakovica, Gospić, Ogulin, Otočac, sowie Bihać auf bosnischer Seite.

Mit dem Auto

Von der Küste zum Nationalpark beträgt die kürzeste Luftlinien-Entfernung ca. 55 km. Über die Serpentienen-Strasse des Velebit-Gebirges vor Senj erreicht man die Plitvicer Seen nach ca. 60 Straßenkilometern. Das Gebirge trennt die Küstenregion vom Inland. Eine Fahrt über das Gebirge entschädigt mit wunderbarer Natur und einzigartigem Blick auf die Küste. Nachdem man das Velebit-Gebirge überfahren hat, gelangt man in das Karstgebiet Mittelkroatiens – der Lika,  mit zahlreichen Poljen (z. B. das Gacko polje).

Mit dem Flugzeug

Die Flughäfen Zadar (150 km entfernt), Zagreb (140 km entfernt) und Rijeka (180 km entfernt) befinden sich in der Umgebung. Mit einem Mietwagen kann man bequem den Nationalpark erreichen.

Mit der Bahn

Die Bahnstationen Plaški und Josipdol liegen am nähesten am Nationalpark, leider gibt es aber von den Bahnhöfen keine direkte Busverbindung zu den Plitvicer Seen.

Mit dem Bus

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind die Plitvicer Seen per Bus von Zagreb, Karlovac, Zadar oder Split aus zu erreichen.

In allen größeren Urlaubsorten in Istrien und Norddalmatien bieten viele Reiseveranstalter in der Sommersaison von Mai bis Oktober Tagesausflüge per Bus oder Schiff in den Nationalpark Plitvicer Seen zu fairen Preisen an.

Größe

Das Nationalparkgebiet umfasst 296,85 km2, wovon etwa 90 % auf die Gespanschaft Lika-Senj und etwa 10 % auf die Gespanschaft Karlovac entfallen. Der Nationalpark zählte seit jeher in gleichem Maße zu den historischen Regionen Lika und Kordun. Die gesamte Gemeinde nennt man Plitvička Jezera. Jährlich kommen ca. 900.000 Besucher in den Nationalpark. Der Eintritt ist gebührenpflichtig. (s. Eintrittspreise)
Weltbekannt wurde der Naturpark wegen seiner kaskadenförmig angelegten Seen, von welchen derzeit 16 an der Oberfläche sichtbar sind. Durch den Zusammenfluss kleinerer Flüsse und den Zulauf unterirdischer Karstflüsse haben sich diese Seen über viele Jahrtausende gebildet. Alle Seen sind entlang der Fließrichtung angeordnet und werden durch natürliche Barrieren voneinander getrennt. Die größte Besonderheit und ein weltweit einzigartiges Merkmal von Naturvorgängen in dieser Form sind wohl die labilen Travertin – Barrieren. Diese entstehen durch ein Wechselspiel von Fließwasser, Luft und Vegetation. Aufgrund der dortigen Naturphänomene wird aus Pflanzenresten und Moosen immer wieder neues Gestein gebildet, dadurch gewinnen die Wasserfälle jährlich an Höhe.
Die besonders vielfältige Flora und Fauna entstand durch die verschiedenen klimatischen Einflüsse und den großen Höhenunterschied in diesem Naturschutzgebiet. Hier findet man besonders viele endemische Arten, die schon vor dem Auftreten der Menschheit hier beheimatet waren.
Ihren Namen erhielten die Plitvicer Seen aufgrund dieses Naturphänomens. Die von der Natur erschaffenen, zunächst seichten Becken (kroatisch pličina oder plitvak = deutsch seicht) wurden mit der Zeit zu Seen, welche sich durch die Travertin – Barrieren immer höher aufstauten. Manche Wissenschaftler führen den Namen auch auf den Fluss Plitvica, welcher in die Seen einfließt, zurück. Auch eine Ortschaft ganz in der Nähe des Schutzgebietes trägt denselben Namen. Am Ende setzen die Plitvicer Seen ihren Weg in nördlicher Richtung als Fluss Korana fort.

Nicht zuletzt wurden die Plitvicer Seen in vielen Ländern auch durch die sehr beliebten Original – Karl – May -Verfilmungen von „Winnetou“ bekannt. Einige See- und Wasserfallaufnahmen wurden in diesem Nationalpark gedreht.

Fauna

Tierarten die an vielen anderen Orten bereits lange ausgestorben oder extrem selten geworden sind, leben noch heute im Naturschutzgebiet. Die Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit der Plitvicer Seen ermöglicht diesen Tierarten, welche schon lange vor der Besiedlung durch Menschen hier zu Hause waren, das Überleben. Im Nationalpark sind noch immer alle Arten zu finden.

Hier findet man die zweitgrößte Population des Braunbären in Europa nach den Kapaten. Es leben heute ca. 400 Tiere frei in diesem Gebiet. Der Braunbär ist wohl der spektakulärste Bewohner des Schutzgebietes und deshalb auch im Logo des Nationalparks enthalten. Weitere ca. 50 selten gewordene Säugetierarten leben hier, wie Wölfe, Europäischer Iltis, Luchs, und Wildkatze in verhältnismäßig großer Anzahl. Auch 20 verschiedene Fledermausarten, darunter die sehr seltene Langohrfledermaus.

Aber nicht nur die Säugetiere leben im Naturschutzpark, sondern auch 157 Vogelarten, wie z.B. Steinadler, Uhu und Wasseramsel, weiterhin 312 unterschiedliche Schmetterlingsarten, 12 Amphibienarten, wie z. B. die äußerst seltenen Grottenolme. Diese finden in den unterirdischen Karsthölen ideale Lebensbedingungen. Zu den Reptilien zählen die Waldeidechse, die östliche Smaragdeidechse, die Würfelnatter und die europäische Sumpfschildkröte.

In den Seen fühlen sich Bachforellen, Seeforellen und weitere Forellenarten schon seit Urzeiten wohl. Auch alpine Saiblinge, Rotfedern und Döbel findet man hier und nicht zu vergessen den fast ausgestorbenen Flusskrebs in wachsenden Beständen.

Flora

Die Flora der Plitvicer Seen bildet einen schier unendlichen Kosmos der verschiedensten Farben und Formen. Jede Jahreszeit bietet einen anderen, herrlichen Anblick -ein Besuch des Naturschutzparks ist immer lohnenswert.

Der besondere Reichtum der Plitvicer Seen liegt in der hohen Zahl von endemischen Pflanzenarten – das sind Pflanzen, die weltweit ausschließlich in diesem Gebiet vorkommen. 75 dieser Endemisten können Sie im Nationalpark bewundern, zu den wichtigsten gehören die Hahnenfuß-Art Ranunculus scutatus, der Amethyst-Blaustern und die Schmalblättrige Krugglocke.

Jahrhundertealte Buchen und Tannen, dichte Fichten und Wacholderwälder, blühende Wiesen, karg bewachsene Felshänge und vielfältige Wasserpflanzen kann man hier bestaunen.

109 Gattungen und 1300 Pflanzenarten findet man in Nationalpark. Besonders stolz ist man auf 55 verschiedene Orchideenarten. Die meisten Pflanzen sind anderer Orts nur noch sehr selten in freier Natur anzutreffen, z. B. der Lorbeer-Seidelbast ,der Gelbe Frauenschuh, das Gemeine Fettkraut, die Telekie oder der Sibirische Goldkolben.